Was genau bedeutet eigentlich Cradle to Cradle®?

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Kreislauffähigkeit & Zero Waste

 

Zusammen mit dem US Amerikanischen Architekten McDonough entwicklete der Chemiker Prof. Dr. Michael Braungart im Jahr 2002 einen Ansatz, mit dem die Umsetzung eines perfekten, nicht endenden Materialkreislaufes ohne Abfall gelingen sollte. Aus dem englischen übersetzt bedeutet Cradle to Cradle® "Von der Wiege in die Wiege" und impliziert im Gegensatz zum konventionellen und überholten Ansatz "Cradle to Grave" (Von der Wiege ins Grab) die Zerleg- oder Rückbaubarkeit eines Produkts in seine Bestandteile und die restlose Rückführung dieser in den Materialkreislauf. Bereits zu lange basiert unsere Wertschöpfungskette auf der unbekümmerten Entsorgung sämtlicher Produkte und Materialen nach Ihrer Nutzungsdauer, sodass immer wieder neue Rohstoffe benötigt werden. Steigende Ressourcenknappheit und eine enorm hohe Belastung unseres Planeten durch Abfall sind die Folge. Das Cradle to Cradle® Konzept denkt in Kreisläufen. Moringa auch.

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Funktionsweise

Kreislaufwirtschaft

 

Biologischer Kreislauf:

Im biologischen Kreislauf zirkulieren ausschließen Materialien, die der Natur wieder zurückgeführt werden können. Produkte wie Waschmittel, Kosmetik, Textilien und biologische Baumaterialien sind so konzipiert, dass sie biologisch abbaubar sind. Die Materialien werden zu Kompost oder anderen Nährstoffen, aus denen neue Produkte hergestellt werden können.

 

Technischer Kreislauf:

Im technischen Kreislauf zirkulieren ausschließlich Materialien, die nicht wieder zurück in die Umwelt gelangen. Dies sind Materialien wie etwa Metalle, Kunststoffe oder Chemikalien. Durch Wiederverwendung, Reparatur oder Recycling zirkulieren diese Materialien ohne Qualitätsverlust im technischen Kreislauf.

 

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Anwendung

Cradle to Cradle® im Bau

Die Anwendung des Cradle to Cradle® Prinzip erfordert einen erhöhten Aufwand. Dieser liegt in erster Linie, wie so häufig, in der kognitiven Umstellung von konventionellen und bereits erprobten hin zu neuen und teilweise noch experimentellen Ansätzen und Lösungen.

Gerade in Baubranche, wo unzählige verschiedene Materialien, Gewerke und Planungsbeteiligte aufeinandertreffen, gilt es, physische und operative Schnittstellen neu zu definieren und zu verknüpfen.

Hierbei müssen zahlreiche Komponenten berücksichtigt werden. Die Entsorgung von Bauabfällen und -elementen nach Gebrauchsdauer müssen sich, um dem Cradle to Cradle® Prinzip zu folgen, am technischen und biologischen Kreislauf orientieren (s. Abb. oben). Am Beispiel Fenster bedeutet das, dass Holz in den biologischen, Metall, Glas und Stahl jedoch in den technischen Kreislauf zurückzuführen sind. Das allein ließe sich noch mit geringfügigem Aufwand bewerkstelligen. Die eigentlichen Herausforderungen treten mit den unterschiedlichen Zuschlagstoffen, Klebeverbindungen und Beschichtungen auf. Materialen, die sich kaum oder gar nicht zerstörungsfrei und restlos zurückbauen und trennen lassen. OSB-Platten wurden beispielsweise sehr lange mit dem gesundheitsbelastenden Bindemittel Formaldehyd versetzt, sodass eine sortenreine Trennung und Wiederaufbereitung der Spahn Holzplatten nicht möglich sind.

Das Cradle to Cradle® Prinzip muss somit bereits in der Planung konsequente Anwendung finden. Die eingesetzten Materialien müssen demnach von der Produktion über die Verwendung und die Verbindung mit anderen Baustoffen auf Ihre Recyclingfähigkeit geprüft und analysiert werden.

Moringa hat sich das Cradle to Cradle® Prinzip zur Philosophie gemacht. So arbeiten wir unter anderem mit einer „banned list“, die ein Leitfaden für das gesamte Planungsteam darstellt, welche gesundheitsschädigende und nicht ökologisch abbaubare Stoffe und Materialen direkt aus der Planung und Ausschreibung ausschließt. Darüber hinaus schließen wir Exklusivvereinbarungen mit Herstellern, die sich vertraglich dazu verpflichten, Ihre Produkte und Baustoffe nach Ablauf der Nutzungsdauer wieder zurückzunehmen und dem biologischen bzw. technischen Kreislauf wieder zuzuführen. Die Cradle to Cradle® inspirierten Moringa Gebäude haben sehr hohe Qualitätsanforderungen, wodurch den Bewohnern sowohl gesundheitlich unbedenkliche Gebäude zur Verfügung gestellt werden als auch darüber hinaus z.B. durch Fassadenbegrünungen und Systeme zur Grauwasseraufbereitung die Luftqualität gesteigert und die CO2-Emission verringert werden.

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